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MarkusJ

Gardena Master of Rocketry


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Beitrag 6969920 [Alter Beitrag20. Februar 2009 um 14:57]

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Ma! g@nz d@v0n @bg€s€hen: (Genug mit der Tastatur gespielt, hier kann man _Deutsch_ schreiben)
Bei Waras hast du mehrere Liter Volumen komprimierter Luft, bei einem Raketenmotor sind die unter Druck stehenden Gasmengen deutlich geringer.

mfG
Markus

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Peter

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Beitrag 6969933 [Alter Beitrag20. Februar 2009 um 16:23]

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Zitat:
Original geschrieben von MarkusJ

Bei Waras hast du mehrere Liter Volumen komprimierter Luft, bei einem Raketenmotor sind die unter Druck stehenden Gasmengen deutlich geringer.

Das ist aber eine arge Milchmädchenrechnung, denn dafür ist der Druck bei den Rauchern deutlich höher. Wo die Wara mit 8 bar oder weniger arbeitet, da kann ein BC-artiger Motor 80 bar erreichen, gut getunte auch weit über 100 bar.

Wenn aber -angenommen- der Berstdruck zehnmal höher liegt, dann wird jedes wegfliegende Teil mit der bis zu zehnfachen Kraft beschleunigt und bringt beim "Körpertreffer" dementsprechend mehr Wucht mit.

Richtig ist, daß kleine SP-Motoren nicht in dieser Liga arbeiten, und dafür hat Oliver ja primär seinen Schutz konzipiert. Richtig ist auch, daß der Druck bei Wara groß genug ist, um vorsichtig damit umzugehen.

Noch richtiger ist, daß man in keinem Fall Angst davor haben muß (Angst liegt ja gerade im Trend), wenn man einigermaßen vernünftig damit umgeht.
osmadie

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osmadie

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Beitrag 7212981 [Alter Beitrag06. Juni 2010 um 03:12]

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Hallo Leute!

Ich habe mal wieder etwas neues zum Thema Treibsatz-Halterung zu erzählen.

Beim letzen Mal ging es um eine Hülle, die einen seitlichen Motorenplatzer aushalten kann. Diesmal habe ich einen Belastungstest für meine explosionssichere Halterung bei einem Düsenauswurf gehabt. Die Rakete bekam einen mords Tritt in den Hintern, blieb aber vollkommen heil. Meine Lösung seht Ihr hier:

Auf diesem Bild ist die Halterung nach dem Flug zu sehen. Der Motor ist deutlich in die Rakete gedrückt worden, aber wie man teilweise erkennen kann, ist die Raketenzelle unbeschadet.

Als besonderer Hinweis: wer mich kennt, weiß, dass ich extremer Papier-Leichtbau-Fanatiker bin. Die Raketenzelle besteht gerade mal aus 2 Schichten Papier-Klebeband und einer Schicht Schreibmaschinen-Papier - bei 5,3cm Durchmesser und ca. 80cm Länge. Wenn man die Rakete in die Hand nimmt, gibt die Zelle sofort nach, alles total weich. Nichts, was für hohe Kräfte ausgelegt ist. Trotzdem: nicht der kleinste Knick!

Der Trick liegt in diesem Einsatz verborgen: Das ist eine stabil gebaute Motor-Halterung, die die Kraft vom Treibsatz auf eine große Fläche verteilen kann.


In dieser Halterung befindet sich dann ein Knautsch-Element. Dieses nimmt den ganzen Stoß auf.


Das Knautsch-Element ist eine dünne Papier-Röhre, die mit locker zerknäultem Zewa gefüllt ist (Papier - Papier - Papier... smile ). Bei normaler Standard-Belastung bleibt die Papierröhre stabil und gibt nicht nach. Nur wenn sowas wie heute passiert, knickt das Ding ein.

Zusätzlicher Vorteil: Der Impuls beim Düsenauswurf geht zu einem großen Teil auf die Rakete über und lässt diese noch recht hoch fliegen. In meinem Fall hat dann der Dentamag ganz normal am Gipfel ausgelöst.

Übrigens: Die Motoren hängen bei meinen Versuchen hinter der Rakete. Speziell bei Motorengehäusen aus Papphülsen brauche ich mir dann keine Sorgen bei seitlichen Platzern zu machen.

Noch was: In meinem Fall war der Motor einfach nur eng in das Stauch-Element gesteckt. Das war die ganze Motor-Halterung. Bei einem Cluster muss man noch darauf achten, dass im Falle eines einzelnen Düsenauswurfs die anderen Motoren durch die enorme Beschleunigung nicht aus ihren Halterungen gezogen werden.

Viele Grüße
Oliver

Edit: Hier noch ein Link zum alten Ursprungs-Thread: klick!

Geändert von osmadie am 06. Juni 2010 um 03:27


Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft führt zum Atheismus, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.
Werner Heisenberg
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